Melania Mrema Kyando, Pfarrerin und Leiterin der HIV-Abteilung der Moravian Church in der Südprovinz Tansanias

Das Virus, das Aids auslöst, ist zu einem grossen Problem unserer Welt geworden – es tötet noch immer viele Menschen. Auch heute noch müssen viele junge Leute, die Stärke der Länder in der Subsahara, an HIV und Aids sterben. Die meisten von ihnen sind zwischen 15 und 49 Jahre alt; Mädchen sind besonders betroffen.

WAS DIE KIRCHE TUT

Um in dieser Krise zu helfen, beteiligt sich die Moravian Church in der Südprovinz seit über sechs Jahren an der Aufklärung und Aktivierung der Gesellschaft durch die HIV/Aids-Kampagne. Die Kampagnen werden auf Marktplätzen in der gesamten Region durchgeführt, in den Berufsbildungszentren der Kirche und in weiterführenden Schulen. Dieses Jahr haben wir sogar eine Kampagne an der Theologischen Hochschule organisiert. Die Kirche arbeitet mit der Regierung zusammen im Kampf gegen HIV und Aids in der Gesellschaft.

Die HIV/Aids-Abteilung der Moravian Church sensibilisiert Gruppen wie kirchliche Jugendchöre und Theatergruppen, indem die Aufklärungs-Botschaft durch Lieder und Theaterstücke unter die Leute gebracht wird. Wenn Menschen den Liedern lauschen und sich das Theaterstück ansehen, werden sie ermutigt, einen HIV-Test durchführen zu lassen. Und die mobile Klinik ist jeweils auch gleich dabei.

Andere Aktivitäten der Abteilung sind die Beratung und Unterstützung von HIV-positiven Kindern, die bei Verwandten oder anderen Pflegepersonen leben. Es werden Schulmaterialien zur Verfügung gestellt, nahrhaftes Mehl abgegeben oder mittels eines kleinen Geldbetrags wird sichergestellt, dass sie eine Klinik besuchen können, in der sie antiretrovirale Medikamente erhalten.

Die gesamte HIV-Arbeit begann mit nur einer Selbsthilfe-Gruppe, der Lusubilo-Gruppe; innerhalb von vier Jahren entstanden vier Gruppen, die durch die Abteilung in verschiedenen Regionen unterstützt werden: Kleine Projekte wie die Schweine- oder Hühnerhaltung oder die Bienenzucht werden gefördert, nahrhaftes Mehl verteilt oder der Aufbau einer gemeinschaftlichen Dorfbank (Village Community Bank, VICOBA) ermöglicht. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppen sind nicht nur Mitglieder der Moravian Church, sie stammen aus allen Gesellschaftsschichten.

Um die Informationen zu verbreiten und die Sensibilisierungsbemühungen zu verstärken, organisierte die Abteilung ein Treffen von HIV-positiven Gruppenleitenden; diese sollten gestärkt und ermutigt werden, frei und offen zu sprechen und an der Kampagne mitzuwirken, die auf den Märkten durchgeführt wurde. Die Erfahrung zeigt: Einer Person, die HIV-positiv ist, wird aufmerksamer zugehört, wenn sie vor Leuten spricht. Die Zuhörenden sind danach eher bereit, selbst einen HIV-Test vorzunehmen. Ausserdem können sie nach einem allfällig positivem Testresultat offener dazu stehen und besser damit umgehen.

ZUKUNFTSPLAN

Die Abteilung plant, ein Treffen zu organisieren für die Pflegepersonen, die mit HIV-positiven Kindern leben, damit diese die Herausforderungen erkennen, denen sie in der Sorge für diese Kinder begegnen werden. Es ist auch notwendig, dass Kinder sich untereinander treffen und spielen können und mit anderen Kindern gegenseitig über Fragen bezüglich ihres Zustandes sprechen können. Wir glauben, dass solche Gespräche und Beratungen einerseits den Kindern helfen, ihre Situation zu verstehen und dass sie andererseits die Verbreitung von HIV vermindern.

Ab Oktober 2016 wird die Abteilung ein spezifisches  Ausbildungsprogramm für Jugendliche einführen, um Jugend-Fach-Leiter und -Leiterinnen auszubilden, die als Beraterinnen und Berater in Schulen, Ausbildungszentren und Jugendgruppen mithelfen können. Durch die Arbeit mit Jugendlichen soll das zukünftige Ziel einer Aids-freien Generation erreicht werden.

Wir danken Mission 21 für ihre Liebe und für ihre UnterstützungTansania ohne Adis – Gemeinsam können wir es schaffen