Wir sind dazu entschlossen, fortbestehende geschlechtsbezogene Ungerechtigkeiten in Angriff zu nehmen und uns aktiv für eine gerechte Gesellschaft einzusetzen; deshalb werden
Wir, Mission 21 und deren globale Partner,
Zutiefst besorgt über die bestehenden Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern auf der Welt, versammelt im Geiste des Vertrauens und der Zusammenarbeit im hochrangigen Segment der vierten Frauenkonferenz von Mission 21 über zukünftige Prioritäten und dringende Aktionen zum Entgegenwirken von Problemen von Frauen in Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa, und unter Bedachtnahme der wichtigen Lektionen, die wir aus der Erfahrung von zielgerichtet arbeitenden Frauen gelernt haben,
1. Reformieren das Christentum, indem wir den Androzentrismus hinter uns lassen und unser Engagement als christliche glaubensbasierte Organisationen erneut bekräftigen, Bemühungen zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit zu erweitern und zu beschleunigen;
2. Anerkennen, dass trotz der erreichten Fortschritte immer noch bedeutende Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern in der Ausübung ihrer Rechte bestehen, einschließlich des Schutzes der sexuellen und reproduktiven Rechte;
3. Zutiefst besorgt über die mangelnde Repräsentanz und Teilhabe an Politik und Entscheidungsabläufen;
4. Erkennen, dass Frauen, obwohl sie die Hauptlast an Konflikten tragen, einschließlich Vergewaltigungen und Tötungen, weitestgehend von Konfliktprävention, Friedensverhandlungen und Friedensprozessen ausgeschlossen werden;
5. Zutiefst besorgt, dass durch Konflikte und Klimawandel verursachte Unterernährung und Hunger, sowie die HIV/AIDS-Epidemie mit ihrer verheerenden Größenordnung und Auswirkungen, eine Notlage darstellen und zu den schwierigsten Herausforderungen an das menschliche Leben und die Würde, sowie an die tatsächliche Ausübung der Menschenrechte gehören,
6. Bemerken mit tiefster Besorgnis die Vernachlässigung der enormen globalen Vertreibung von Menschen durch Konflikte und Krisen, einschließlich der hohen Zahlen an vertriebenen Frauen und Kindern;
7. Machen darauf aufmerksam, dass Menschenhandel dringend in all seinen Formen entgegengewirkt werden muss;
8. Erinnern daran, dass Menschen in gefährdeten Situationen große Gefahr laufen, missbraucht und ausgebeutet zu werden;
9. In voller Kenntnis, dass Femizid/gewaltsamer Tod von Frauen aufgrund ihres Geschlechts Probleme wachsenden Ausmaßes sind, sowie die “Normalisierung” von Gewalt gegen Frauen;
10. Anerkennen, dass besonders Frauen aus marginalisierten ethnischen, religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Gruppen in allen Lebensetappen unter Ungerechtigkeit leiden, dass die unterschiedlichen Arten und Äußerungen von Gewalt ihre individuelle Entwicklung unmöglich machen, ihre Rechte und Freiheiten gefährden, die volle Entwicklung ihrer Fähigkeiten und körperlichen Autonomie verhindern und öffentliche, wirtschaftliche, soziale und politische Partizipation in unseren Gesellschaften einschränken;
Vereinbaren hiermit, gemeinsam darauf hinzuarbeiten, dass Frauen durch die Ausübung der Menschenrechte vollständige Autonomie erreichen, was ihre Fähigkeit einschließt, sich vor geschlechtsbezogener Gewalt zu schützen, sowie ihre Partizipation und ihren Beitrag als Handelnde für Entwicklung und Demokratie; und auch dass Maßnahmen für unsere Schwestern in Not ergriffen werden;
wobei wir uns regelmäßig gegenseitig über Neuigkeiten auf dem Laufenden halten.

Wir geloben, “agents of change” zu sein, geschlechtsbezogene Ungerechtigkeiten zu überwinden und auf eine Welt mit Geschlechtergerechtigkeit hinzuarbeiten.

Basel, 7. Juni 2017