1. Was war Ihre erste Beziehung mit Mission 21 oder der Basler Mission?

Ich bin in Basel aufgewachsen, ganz in der Nähe des Missionshauses aber lange nicht in dieses Haus gekommen. Die Basler Mission und die vielfältige Missionsarbeit kannte ich durch Ruth Epting, unsere damalige diakonische Mitarbeiterin in der Gemeinde und durch die Familie Rossel. Ich ging an der Pilgerstrasse 35 beim Präsidenten der Basler Mission ein und aus. Annemarie Rossel, war langjährige Nationalpräsidentin des CVJF/YWCA der Schweiz. 

2. Was war Ihr Beitrag zur Stärkung von Frauen?

Ich war von klein auf ein engagiertes Mitglied im CVJF/YWCA. Frauenthemen, Frauenrechte, Frauen in der Bibel, Frauensprache waren mir wichtig.  

Der Einsatz für Würde und Gleichberechtigung der Frau – auf allen Ebenen und in allen Gesellschaften – wurden ganz natürlich zu meinem Lebensinhalt. Die weltweite Dimension des CVJF/YWCA war prägend. So trat ich auch meinen ersten internationalen Einsatz in Asmara/Eritrea, mit diesem Fokus an, es folgten weitere Einsätze mit dem YWCA.  

Nach meiner Rückkehr fand ich eine Arbeit bei der KEM (heute Mission 21). In den 11 Jahren gehörte ich auch zur Frauenkommission, heute «Fachkommission Frauen und Gender», die ich später 5 Jahre präsidierte.

3. Warum denken Sie ist die Ermächtigung von Frauen innerhalb von Faith Based Organisations (FBO= Glaubensbasierte Organisationen) wichtig?

Frauen/Mädchen sind die Hälfte der Weltbevölkerung. Ihnen gehört dieselbe Wertschätzung, dieselben gesellschaftlichen Rechte in Sinne der Gerechtigkeit. Das ist ein Ziel, das politisch noch nicht erreicht ist, und unverständlich warum es in FBO’s auch noch Mängel hat.  

 4. Welches sind die grössten Herausforderungen, die es als Fürsprecherin für Frauenrechte im Kontext einer glaubensorientierten Organisation zu bewältigen gilt?

Wir sind noch immer auf dem Weg. Es scheint, dass wir zu langsam, nur mit Pilgerschritten, vorwärtskommen (zwei Schritte vorwärts, einen zurück). Die Herausforderung besteht darin, dass diese und die nächste Generation das Ziel nicht aus den Augen verliert und dass immer genügend Glaube da ist. 

5. Welches sind die Hauptthemen, für die Sie sich in Ihrem Umkreis einsetzen möchten (oder bereits einsetzen), um Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen?

Es gilt an allen Baustellen Hand anzulegen, niemand kann das alleine. Gerechtigkeit muss überall angestrebt werden, es muss auch erstritten werden können. Vertrauen in gerechtere Genderstrukturen müssen gefördert werden, in Schule, Politik und Kirche. Vertrauen muss wachsen können und dafür braucht es ein offenes Klima. Ich habe mich verpflichtet, nach besten Kräften meinen Glauben, meine Zeit und Kraft einzusetzen. Ich bin immer auf mehreren Wegen unterwegs!