Beschäftigung – Lebenslauf & Ausbildung:

  • 1995 Bachelorabschluss in Theologie von der Theologischen Fakultät an der Christlichen Universität von Duta Wacana
  • 1997 ordiniert als Geistliche Kaplanin im Missionskrankenhaus in der East Java Christian Church, Indonesien
  • 2000 – 2002 Masterabschluss in Pastoralstudien an der Radboud Universität (frühere katholische Universität Nijmegen), Niederlanden
  • 2003 – jetzt arbeitet Wijayatsih als Dozentin für Seelsorge und Beratung an der Theologischen Fakultät der Christlichen Universität von Duta Wacana

1.-Wie bist Du Mission 21 oder Basler Mission das erste Mal begegnet?

Von meinem Vater erfuhr ich, dass ich seit der Grundschule durch ein Stipendium von der Basler Mission unterstützt wurde. Aber, um ehrlich zu sein, lernte ich erst 30 Jahre später mehr über die Basler Mission. 2005 wurde ich zur Koordinatorin des Zentrums für Feministische Theologie an unserer Universität berufen. Genau zu dieser Zeit hatte unser Zentrum den ersten Kontakt mit Mission 21, da es ein gemeinsames Projekt mit Mission 21 zum Thema Opfer häuslicher Gewalt startete. Ich fühlte mich, als wäre ich von meiner spirituellen Mutter zurückgerufen worden. Von ihr wurde ich nämlich mit vielen Möglichkeiten genährt, wie z.B. diese zu studieren und meine Karriere als Pfarrerin anzugehen. Jetzt rief sie mich dazu auf, meine Verletzungen zu teilen und damit ihre Arbeit für die Ermächtigung marginalisierter Frauen und Kinder zu unterstützen.

2.-Was waren Deine Beiträge zur Ermächtigung von Frauen?

Durch das Zentrum für Feministische Theologie unterstützten wir Partner von Mission 21 in Indonesien und Malaysien um die Arbeit an der Eliminierung von häuslicher Gewalt in der Kirche und Gemeinschaft zu beginnen. Dies taten wir in den Jahren 2011 bis 2014.

Von 2012 bis in die Gegenwart assistierte ich Partnerkirchen von Mission 21 in Malaysien im Bereich Beratung und Seelsorge von Opfern häuslicher Gewalt. Von dieser Arbeit konnte ich viel lernen. Vor allem, wie schwierig es ist, eine Betreuung und Heilungsprozess mit solchen Menschen zu starten. Deshalb erhielt ich 2015 die Erlaubnis von unserer Fakultät einen neuen, obligatorischen Kurs zur Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt zu lancieren. Seit 2016 arbeite ich nun als assistierende Koordinatorin für Gender Gerechtigkeit für Mission 21 in Indonesien und Malaysien. Durch diese neue Rolle habe ich mehr Möglichkeiten, die Partner von Mission 21 im Programm zu Gender Gerechtigkeit zu unterstützen. Das Programm sorgt dafür, dass ein gleichberechtigtes Verhältnis zwischen Frauen und Männer geschaffen wird. Seit Oktober 2016 arbeite ich des Weiteren als freiwillige Beraterin für LGBT-Menschen in Yogyakarta.

3.-Warum denkst Du ist die Ermächtigung von Frauen in Organisationen, die auf Glauben basieren, wichtig?

Erstens weil Organisationen, die auf Glauben basieren, mit unterdrückten Frauen und Kindern zusammenarbeiten. Deshalb haben solche Organisationen mehr Möglichkeiten, die Geschichten von unterdrückten Frauen und Kindern zu hören, da sie dieselbe Sprache und Werte teilen. Zweitens sind glauben basierte Organisationen dazu aufgerufen, Zeugen des Königreiches Gottes zu sein: Gerade indem sie unterdrückte und marginalisierte Menschen aufnehmen. So sind sie ein Beispiel für den Dienst am Menschen, den Jesus uns vorgelebt hat. Und drittens ist Unterdrückung eine komplexe Realität menschlichen Lebens. Wir brauchen viel Kraft uns dieser auszusetzten! Organisationen, die auf Glauben basieren, haben viele Ressourcen, Menschen, Kraftquellen, Netzwerke etc.: Damit können sie den Menschen ganzheitlich begegnen.