Originaltext ist auf dem Blog „Tejiendo Redes“ erschienen.

Am Freitag 15. Dezember fand in Stuttgart (Deutschland) das Treffen „Gott sieht mich – Theologische Reflexionen zu Menschenhandel” statt. Die Konferenz wurde vom EMS (Evangelische Mission in Solidarität), FIZ (Fraueninformationszentrum) in Stuttgart und Mission 21 aus Basel (Schweiz) organisiert.

Als Referentinnen waren vier Theologinnen und Aktivistinnen eingeladen. Im ersten Vortrag analysierte Dr. Birgit Dinzinger (Deutschland) Hagars Text aus Genesis 16:3. Sie plädierte dafür, das Mystische und das Politische zu verbinden. Anschliessend präsentierte die Magistratin Nidia Victoria Fonseca Rivera (Costa Rica) Menschenhandel aus einer lateinamerikanischen, feministischen und theologischen Perspektive.

Am Nachmittag stellte die Psychologin und Aktivistin Iana Mattei (Rumänien) die NGO, die sie gegründet hatte vor. Sie begleitet verschiedene Projekte, die es den Opfern von Menschenhandel in Rumänien erlauben, neue Hoffnung zu schöpfen. Die Theologin und feministische Aktivistin María de los Ángeles Roberto (Argentinien) präsentierte drei Fallstudien über Überlebende von Menschenhandel in Argentinien und die Arbeit des zivilgesellschaftlichen Vereins „Madres Víctimas de Trata“ (Mütter der Opfer von Menschenhandel).

Seit 2014 ist die Prävention von Gewalt an Frauen eines der Schwerpunktthemen von Mission 21 in Lateinamerika. Menschenhandel gehört zu den brutalsten Formen geschlechtsspezifischer Gewalt. Daher wurden in den letzten Jahren in der Region Puno (Peru), in San José (Costa Rica), in Santiago de Chile, in Concepción und in Temuco Workshops durchgeführt, um für Menschenhandel zu sensibilisieren. An den Workshops nahmen Mitglieder von glaubensbasierten Organisationen, Studierenden, Fachpersonen und weitere zivilgesellschaftliche Akteure teil. Frauen aus den Partnerorganisationen gestalteten eine Informationsbroschüre, die in verschiedenen Ländern Lateinamerikas und der Karibik verwendet wird, sie kann hier heruntergeladen werden.

Auch die internationale, ökumenische Organisation, Evangelische Mission in Solidarität (EMS) arbeitet zum Thema Menschenhandel, sie macht Kirchen auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam und betont, dass es wichtig ist, das Thema im kirchlichen Umfeld aufzunehmen und den Kampf gegen Menschenhandel zu unterstützen.

In der Zeitschrift vom EMS „Our Voices“ erfahren Frauennetzwerke vom Ansatz, den glaubensbasierten Organisationen in den verschiedenen Ländern verfolgen. Das Fraueninformationszentrum (FIZ) ist eine NGO, die Migrantinnen und Opfer von Menschenhandel oder von geschlechtsspezifischer Gewalt unterstützt. Das FIZ engagiert sich für und mit den Frauen, die nach Deutschland gebracht und dort sexuell oder wirtschaftlich ausgebeutet werden.

Den drei internationalen Organisation sei herzlich gedankt für das Treffen!