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Auszug aus der Resolution zu Nigeria, die am 12.06.2015 von der Missionssynode von Mission 21 ratifiziert wurde.

Wir verurteilen in aller Form die Verletzung der Menschenwürde durch Boko Haram, deren Führer eine Hass­ideologie propagieren, die Gewalt gegen alle hervorbringt, die nicht ihre Weltanschauung teilen und sind empört über die Gräueltaten wie Zwangsumsiedlungen, Morde, Entführungen, Folter und Misshandlung, Zerstörung von Eigentum und Existenzgrundlagen, die im Namen der Gründung eines islamischen Kalifats begangen werden.

Wir erinnern daran, dass in kriegszerrütteten Gesell­schaften Frauen und Kinder zu den Hauptleidtragenden gehören. Gerade sie sind häufig Opfer verheerender physischer und psychischer Gewalt wie sexuellem Missbrauch, Zwangskonvertierung und Sklaverei. Frauen sind zudem auf unmittelbare Weise von fehlender Infrastruktur betroffen, weil oft sie es sind, die sich um die Versorgung von Verwundeten und Schwachen kümmern.

Wir unterstützen die Bemühungen der Nigerianischen Regierung, die einen nationalen Aktionsplan zur Um­setzung der Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrates (UNSCR) zu Frauen, Frieden und Sicherheit entwickelt hat.

Wir rufen alle Regierungsbehörden, Organisationen der Zivilgesellschaft, Spender und alle Menschen guten Willens, die sich an der Nothilfe und dem Wiederaufbau beteiligen, dazu auf, so zu planen und zu handeln, dass …

  • bewährte Praktiken verantwortungsbewusster humanitärer Hilfe («do no harm») angewandt werden
  • der Friede zwischen religiösen (konfessionellen) und ethnischen Gruppen proaktiv gefördert wird,
  • lokale Initiativen, Kompetenzen und Kenntnisse erkannt und aufgenommen werden,
  • im Einklang mit dem o.g. nationalen Aktionsplan geplant und gehandelt wird, d.h.,
    • die Beteiligung von Frauen und Jugendlichen in allen Bereichen des Wiederaufbau- und Frie­densprozesses zu gewährleisten;
    • der sozio-ökonomischen Stärkung von Frauen und Mädchen Priorität zu geben;
    • sich einzusetzen gegen kulturelle Traditionen, die die effektive Umsetzung der Resolu­tion UNSCR 1325 hemmen oder blockieren;
    • das Bewusstsein zu schärfen für nationale und internationale Gesetze zugunsten der Rechte von Frauen und Mädchen;
    • Sondergerichte zu unterstützen, um Personen vor Gericht zu bringen, die die Rechte von Frauen und Mädchen verletzt haben.

Wir rufen alle ethnischen und religiösen Gemeinschaften auf, sich der Gewaltopfer – insbesondere der Opfer sexueller Gewalt – anzunehmen und diese aktiv zu begleiten durch die…

–     Schaffung einer physisch und mental sicheren Umgebung;

–     Sensibilisierung der Mitglieder der Gemeinschaft für die besondere Situation der Opfer;

Koordinierung von Hilfsmassnahmen (Traumaberatung, Seelsorge, medizinische Versorgung, etc.);

–     Verurteilung jeglicher Art von Stigmatisierung von Menschen, die sexuelle Gewalt erfahren haben.