refugees_NigeriaVor drei Jahren in Nigeria, am 14. April 2014, entführte die Terrormiliz Boko Haram 276 Schülerinnen. Noch immer fehlt von mindestens 195 Schülerinnen jede Spur. Die Mehrheit der Schülerinnen kommt aus christlichen Familien, vorwiegend der Kirche der Geschwister in Nigeria zugehörig (Partnerkirche von Mission 21).

Zu diesem traurigen Jahrestag gedenkt Mission 21 den 276 Mädchen, die vor drei Jahren in Chibok im Nordosten Nigerias von Boko Haram entführt wurden. Während ihrer Entführung mussten sie unglaubliches Leid erfahren.

Wir denken auch an die tausenden Frauen und Männer, die in den letzten Jahren von Boko Haram entführt, versklavt oder für Selbstmordattentate instrumentalisiert wurden und ihr Leben verloren haben.

Rückkehr in Nichts

Ein kleiner Lichtblick ist, dass die Regierung einige Mädchen aus Chibok aus der Gewalt von Boko Haram befreien konnte. Nur wenige von ihnen konnten allerdings bislang zu ihren Familien zurückkehren.

Viele von Boko Haram besetzte Gebiete konnten inzwischen befreit werden. Die Menschen kehren langsam in ihre Dörfer zurück. Dort stehen sie aber vor dem Nichts. Die anhaltende Unsicherheit, Überfälle und Vertreibung haben dazu geführt, dass die Bevölkerung ihre Felder nicht bestellen konnte.

Der Nordosten Nigerias ist von einer Ernährungskrise riesigen Ausmasses betroffen. Rund zwei Millionen Menschen sind von akuter oder moderater Mangelernährung betroffen. Für 450’000 Kinder ist diese Unterernährung sogar lebensbedrohlich. Die dringend notwendigen Hilfeleistungen müssen möglichst rasch eintreffen, um Leben zu retten. Die internationale Gemeinschaft darf die Augen vor dieser grossen Not nicht verschliessen, sondern muss handeln. Das betrifft uns auch als Missionswerk.

Wir denken an die Menschen in den Dörfern Nigerias, die immer noch in Angst und Unsicherheit vor weiteren Überfällen oder Anschlägen von Boko Haram leben. Wir hoffen mit ihnen, dass der Terror und die Gewalt bald ein Ende hat.

Die Gewalt geht weiter

Auch bleibt zu hoffen, dass die Kämpfer von Boko Haram die Einsicht und den Mut finden, um sich vom Terror und Extremismus abzuwenden. Mögen sie die Chance erhalten, sich wieder neu zu integrieren.

Seit Ende März bis Mitte April 2017 wurden mindestens 22 weitere Frauen und Mädchen von Boko Haram gewaltsam entführt. Die Dunkelziffer von Entführungen ist vermutlich hoch. Das Leiden der Bevölkerung, insbesondere der Frauen und Kinder, ist leider noch lange nicht vorüber.

Wir wünschen allen Menschen, die in Nigeria leben, dass sie bald wieder ein Leben in Würde und Sicherheit führen können.